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29.03.2019

Radionutzung bei Jugendlichen: Neue Erkenntnisse aus der JIM-Studie

Dass sich das Mediennutzungsverhalten in den letzten Jahren grundlegend geändert hat, ist kein Geheimnis. Der Weg geht hin zu einer immer digitaleren Gesellschaft.

Vor allem der mediale Alltag von Jugendlichen weicht zusehends von dem der älteren Generationen ab.

Die Zahlen im TV- und Printmedienbereich zeigen starke Einbußen und Streaming-Dienste sind derweil dabei ihre Nutzerzahlen immer weiter auszubauen. Doch wie sieht es im Audiobereich aus? Können vermeintlich traditionelle Medien wie das Radio mithalten, oder sind auch hier Musikstreaming-Dienste das bevorzugte Medium?

Befragung von Schülern, Auszubildenden und Studierenden

Die aktuelle JIM-Studie, welche vom medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest herausgegeben wird und am 28.11.2018 veröffentlicht worden ist, gibt einen Einblick in den medialen Alltag von Jugendlichen. Jedes Jahr bringt die Auswertung der repräsentativen Studie neue Erkenntnisse. Grundlage der Studie ist die telefonische Befragung von 1.200 Jugendlichen aus Deutschland im Alter von zwölf bis 19 Jahren. Der Anteil der weiblichen Befragten liegt bei 48 %, der der männlichen Teilnehmer bei 52 %. Um Schüler handelt es sich bei 80 % der Befragten. Zu einem geringen Anteil wurden auch Auszubildende und Studierende befragt.

Seit 1998 werden in den JIM-Studien relevante Entwicklungen im Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen beobachtet. 2018 wurde unter anderem der Gebrauch von Radio, Musik, Spotify & Co untersucht. Interessant ist hier, dass 85 % der Befragten angeben ein Radio in ihrem Haushalt zu besitzen, Musikstreaming-Dienste nutzen hingegen, trotz kostenfreier Zugangsmöglichkeiten, nur 68 % der befragten Jugendlichen.

Im Hinblick auf die tatsächlichen Musiknutzungs-Optionen liegen jedoch 2018 trotzdem erstmals Musikstreaming-Dienste knapp vorne. 62 % der Jugendlichen nutzen diese mehrmals die Woche bis täglich. Das Radio liegt gleich auf mit der Videoplattform YouTube und teilt sich mit 57 % den zweiten Platz im Ranking der Mediennutzung. Im Vergleich zu 2016 und 2017 kann sich das Radio 2018 zwar nicht an der Spitze behaupten, zählt aber weiterhin zu den wichtigsten Medien der Jugendlichen. Der prozentuale Unterschied zwischen den beiden Musikdienstformaten ist minimal, somit ist das Radio auch in der Jugend noch immer ein etabliertes Medium.

Musik im Auto und UKW weiterhin unschlagbares Team

Auffällig ist, dass drei von vier Jugendlichen zu klassischen Verbreitungswegen tendieren. Der Großteil der Befragten gibt an über das Autoradio und UKW-Geräte einzuschalten. Nur ein geringer Teil der befragten Radionutzer hört Radio über die Internetdienste der verschiedenen Sender. Klassische Verbreitungswege sind also durchaus auch in den jungen Generationen noch etabliert. Auch in der Nutzungsintensität steht das Radio den anderen Diensten in nichts nach. 70 % der Jugendlichen geben an, in ihrer Freizeit mehrmals pro Woche bis täglich Radio zu hören.

Dabei entwickeln sich auch die Radiosender stets weiter. Die lokalen Radiosender zwischen Niederrhein, Ruhrgebiet und Sauerland zeigen sich im digitalen Gewand äußerst vielseitig: Neben dem linearen Programm sind die Sender mit zwölf Webradios in verschiedenen Musikrichtungen zu streamen. Von Urban über 90er bis Top 40 reicht die Auswahl. Podcasts und neue Verwendungsmöglichkeiten wie das Streaming über Alexa-Skills direkt auf Smartspeaker sind dabei ein weiterer Punkt.